Hans Onno Röttgers

Mit 10 Jahren nahm ich erstmals klassischen Klavierunterricht, den ich in den folgenden 15 Jahren mit Unterbrechungen und bei unterschiedlichen Lehrern fortgesetzt habe.

Von meinem 14. – 23. Lebensjahr tobte ich mich in zahlreichen Bandprojekten als Keyboarder und Gitarrist aus. Hierbei konnte ich Erfahrungen in unterschiedlichen Genres der U-Musik sammeln. Diese erstreckten sich vom Progressive Rock über Rhythm & Blues, Soul bis hin zur Covermusik, die vor der Disco-Ära in großen und sehr beliebten Tanzlokalen gefragt war. Bei letzterer war weniger die kreative und persönliche Interpretation der Musik, sondern vielmehr das exakte Imitieren des Originals gefragt. Das Covern zwang mich nicht nur ständig dazu, über meine spieltechnischen Grenzen hinauszugehen und diese auszuweiten, sondern ermöglichte mir in der Zeit ein finanzielles Auskommen ausschließlich auf Basis der Musik.

Nach fast 10-jähriger intensiver Beschäftigung mit der Musik und vielfältigen Auftrittsaktivitäten mit teilweise mehreren Gigs pro Woche trat bei mir gewissermaßen eine Sättigung ein und ich entschied mich, einen ganz anderen Lebensweg einzuschlagen. So verließ ich meine Heimatstadt an der Nordseeküste in Niedersachsen und ging nach Marburg, um Psychologie zu studieren. Später folgte die Promotion und die Weiterbildung bzw. die Spezialisierung in verschiedenen Bereichen der Psychotherapie.

Nachdem ich mich beruflich etabliert hatte erwachte wieder der Wunsch in mir aktiv Musik zu machen. Obwohl ich bisher sehr viel Spaß an den Keyboards, besonders an der Original -Hammondorgel gehabt hatte, entschied ich mich, einem weiteren geheimen Interesse zu folgen und wechselte zu den Holzblasinstrumenten. Zunächst versuchte ich mich auf der Klarinette und landete schließlich beim Saxophon. Letzterem bin ich nun seit etwa 10 Jahren treu geblieben.

Wenn man das Saxophon für sich entdeckt hat, ist auch der Jazz nicht mehr weit. Durch die Beschäftigung mit der Harmonielehre, der Spielcharakteristik und der Improvisationstechnik des Jazz habe ich nochmal eine hervorragende Möglichkeit für mich entdeckt, mich musikalisch weiterzuentwickeln.

Obwohl ich mich auch weiterhin für ganz unterschiedliche Musikrichtungen begeistern kann, habe ich im Blues, Soul und vor allem im Jazz eine neue musikalische Heimat gefunden.

Artur Deja

Ich wurde im Jahr 1973 in Hindenburg geboren. Meinen ersten Kontakt mit der Gitarre hatte ich im Alter von 11 Jahren.

Mit 15 wurde meine Beziehung zum Instrument immer intensiver. Ich konzentrierte mich vor allem auf die zeitgenössische Rock- und Popmusik, Wobei meine größten Einflüsse zu dieser Zeit Gitarristen wie Jimi Hendrix, Eric Clapton und Carlos Santana waren.

Ende der 80 er Jahre wurde ich besonders von der Band "Guns `n Roses" mit dem Gitarristen Slash beeinflusst.

In dieser Zeit spielte ich in diversen Schüler- und Coverbands und sammelte erste Live-Erfahrungen.

Im Alter von 18 Jahren begann ich meine ersten Gitarrenschüler zu unterrichten und empfand viel Freude daran. Hier begann mein Traum zu wachsen , Profigitarrist zu werden . In der Folge profitierte ich vom Unterricht bei Olrik Morovka, dem jetzigen Verkaufsleiter von Musik und Technik, von 1994 bis 1997. Auf diese Weise erweiterte ich mein Repertoire bis hin zum Jazz.

Für das intensive Studium der Jazz- und Popularmusik ging ich 1998 an die Los Angeles Music Academy {Kalifornien). Dort studierte ich bei Legenden wie Frank Gambale (Chic Korea Electric Band), Jeff Richman, Bill Fouler und Jean Marc Belkadi. Diese Zeit war mein größter musikalischer Einfluß.
Ich graduierte dort erfolgreich im März 2000.

Nach meiner Rückkehr nach Marburg begann ich mit meiner Tätigkeit an der Yamaha Musikschule (2000-2001). Natürlich spielte ich seitdem regelmäßig im Jazzclub Cavete, dem Wohnzimmer der hiesigen Jazzszene.

Unterwegs mit dem Artur Deja-Trio konnte man mich in Marburg an den bekannten Schauplätzen und Bühnen wie dem KFZ, der Waggonhalle, dem Wilhelmsturm und vielen anderen Bühnen auch in abwechslungsreichen Triobesetzungen hören.

Von 2001 bis 2012 unterrichtete ich an der Modern Music School Marburg.

Ab 2008 wurde mir das seltene Privileg eines Privatstudiums beim international renommierten Gitarristen Michael Sagmeister zuteil. Diese Zeit war sehr prägend, sowohl für meine musikalische Entwicklung, als auch für die Strukturierung meines Unterrichts.

Des weiteren hatte ich im Juni 2013 ein Gastspiel mit Jeff Richman am Musicians Institute (Hollywood) und in San Francisco mit dem Altsaxophonisten Dan Perman.

Zur Zeit spiele ich in verschiedenen Trio-/Quartett- Besetzungen und bin fester Bestandteil der Six On Seven Jazzband.

Jürgen Stroth

Jürgen Stroth (Schlagzeug)

Im Hauptberuf bin ich Lehrer (Englisch und Sport), als Musiker bin ich ein ambitionierter Späteinsteiger. Meine Liebe zum Jazz begann schon während der Schulzeit, wenn auch ohne die Vorstellung, selber als Musiker aktiv zu werden und so etwas zu machen. Mit Freunden, alle ebenfalls eingefleischte Jazzfans, habe ich viele lange Abende damit verbracht, Jazzplatten zu hören und zu fachsimpeln. Dabei habe ich vermutlich meine Umgebung mit der Handhabung aller möglichen Percussions-Instrumente wie Streichholzschachteln, Pfeifenstopfer o.ä. ziemlich genervt. Es wurde mir aber auch immer klarer, dass es der Rhythmus ist, der mich an der Musik fasziniert. Das muss auch mein lieber Nachbar Carlo, seines Zeichens Bassist, gemerkt haben, denn er schenkte mir Anfang der Neunziger zu Weihnachten ein Paar Trommelstöcke. Zur gleichen Zeit hatte mein Sohn, damals zwölf Jahre alt, den Wunsch, Schlagzeuger zu werden und wünschte sich zum Geburtstag ein Schlagzeug. Da gab es kein langes Überlegen, und als das Set aufgebaut war, habe ich losgelegt, und es schien so, als hätte ich alles schon lange parat gehabt. Es musste nur ausgepackt werden. Leider habe ich meinen Sohn mit meiner Art zu spielen so zugedeckt, dass er entmutigt aufgegeben hat. Aber er spielt inzwischen Saxophon!
In diese Zeit – Anfang der Neunziger - fällt auch mein Einstieg in die Theater-Band des Hessischen Landestheaters Marburg, deren Mitglied ich viele Jahre war, und auch heute noch in kleineren Programmen bin. Dabei war ich beteiligt an Produktionen wie dem Frank-Sinatra-Programm „Bye,Bye Frankieboy“, das fast 10 Jahre lang vor vollen Häusern quer durch die Republik von München bis Neubrandenburg gespielt wurde. In diese Zeit als Musiker am Landestheater fällt auch das erfolgreiche Musical „Sing! Sing! Sing!“ ( Boogie gegen Bomben, Rumba gegen Raketen … ), die Geschichte der Andrew Sisters.
Seit vielen Jahren bin ich Bestandteil der Marburger Jazz-Szene im Rahmen der open stage im Jazzclub „Cavete“. Heute bin ich in wechselnden Besetzungen aktiv, u.a. gibt es eine gelegentliche Zusammenarbeit mit so wunderbaren Musikern wie Lindy Huppertsberg (www.ladybass.de ), Jan Luley (www.luleymusic.de ) , Dirk Raufeisen (www.diraton.de/‎ ) und Götz Ommert (www.goetz-ommert.com ).
Seit drei Jahren bin ich festes Mitglied der „Six On Seven Jazz Band“.

Barthold Hornung

In Hamburg 1941 geboren, wuchs ich in einer klassisch musizierenden Familie in Kassel auf und sollte Geige lernen, was mir unter Verschleiß mehrerer Lehrer nur mäßig gelang und gerade noch für die Bratsche im Schulorchester ausreichte. Die Wanderklampfe, die ich mir selbst beibrachte, machte mir schon mehr Spaß, und der von der Mutter ungern gesehene Erwerb einer E-Gitarre brachte mich zu Improvisationsversuchen mit Nachbarn. Der Versuch, im Jazzklub in Kassel mitzuspielen, führte anfangs dazu, dass man mit dem Kommentar „üben kannste auch zuhause“ den Stecker des Verstärkers zog. Aber dann kam ich zufällig mit einem Kontrabass in Kontakt und war so fasziniert, dass ich mir das Musizieren damit auch selbst beibrachte. Das war kurz vorm Abitur, ich ging dann als Medizinstudent nach Marburg und verdiente mein Studium autodidaktisch mit Jazz und Tanzmusik. In Kassel wurde ich sozusagen der Stammbassist im schönsten Jazzklub Europas, der Orangerie, Dessen Chef Hans Hämer mich mit Musikern wie Joe Pentzlin, Gunter Hampel, Allan Praskin und Jimmy Jackson zusammenbrachte. In Marburg, auf Tourneen in Frankreich, Marokko und Nigeria spielte ich Oldtime Jazz mit der New College Six und später mit verschiedenen Formationen in Deutschland auch moderneren Jazz. Ob Eddie „Cleanhead“ Vinson den 2.Platz im US Jazz-Poll als Altsaxofonist nach 2 Deutschland-Tourneen mit unserem „Joe Pentzlin Trio“ wegen oder trotz unserer Zusammenarbeit geschafft hat, weiß ich nicht. In Paris durfte ich mehrfach mit André Persiany im Trio spielen Die Frankfurter Jazzer Gustel Meier und Emil Mangelsdorff holten mich oft für ihre Konzerte in die Rhein-Main Gegend. Mit dem Jazz in den USA verbinden mich Auftritte in Harrisburg und Pottsville mit Musikern wie Paul Miller und Andy Gravish, diese „Pennsylvania-Marburg Connection“ trifft sich auch seit 20 Jahren in Marburg. Die „Open Stage“ in der Cavete sieht mich montags seit über 35 Jahren, und endlich habe ich seit 3 Jahren bei der Marburger Bigband „White Keys“ auch ein bisschen Noten lesen gelernt. Dass man allerdings (hier wieder ohne Noten) die musikalische Qualität und Feinheiten der Jazzmusik durch regelmäßiges Proben wesentlich steigern kann, habe ich mit „Six on Seven“ erfahren.

Die Musik

“I play music that I myself would like to hear at a concert. Since nobody else makes this kind of music, I play it myself.”

Eugene Chadbourne

“Was immer ich spiele, in meinem Kopf höre ich auch unaufhörlich die Tradition mitsummen.”

Arthur Blythe

“Ich bin kein Heuchler, ich mache Fehler auf der Bühne. Und meine Fehler sind laut. Aber das ist der Spaß an der Musik. Man lernt.”

Art Blakey

“Manchmal meine ich fast selbst, daß ich gar kein Horn blase, ich bilde mir ein, ich singe”

George Adams